Eulenschutz zum Mitmachen
Waldohreulen am Schlafplatz entdecken und zählen
Waldohreule (Foto: NABU Sachsen-Anhalt, Jens Richter)
Es ist ein heller, klarer Wintertag – und irgendwo im dichten Grün der Baumkrone sitzt sie vielleicht: die Waldohreule. Man entdeckt sie nicht sofort. Erst wenn man genauer hinschaut, erkennt man, meist nahe am Stamm sitzend, die feine, braun gemusterte und ungefähr krähengroße Gestalt. Manchmal sind es sogar mehrere: Waldohreulen verbringen die kalte Jahreszeit nämlich gern gemeinsam an festen Schlafplätzen. Genau diese Orte wollen wir finden und dokumentieren – damit sie langfristig geschützt werden können.
Dichte, immergrüne Bäume
Waldohreulen sind nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie am liebsten gut verborgen im dichten Geäst. Meist sind ihre Schlafbäume immergrüne Gehölze: Nadelbäume wie Fichte oder Kiefer, aber auch Thuja-/Lebensbaumhecken, Wacholder oder Eiben. Wer einmal einen Schlafplatz entdeckt hat, merkt schnell: Zwar sitzen die Eulen selbst gut versteckt – aber die Spuren am Fuß des Baumes sind verräterisch: Graue, längliche Gewölle (Speiballen) und oft auch weiße Kotspuren zeugen von den nächtlichen Jagderfolgen der lautlosen Jäger. Wer solche Spuren findet, hat gute Chancen, dass sich oben im Geäst eine Waldohreule ausruht – oder gleich eine kleine „Winter-WG“.
Warum wir zählen
In Sachsen-Anhalt sind viele Schlafplätze bekannt – aber nicht alle. Manche bleiben leer, andere kommen neu dazu. Wenn wir wissen, wo Waldohreulen regelmäßig ruhen und wie viele es sind, können wir Bestandsentwicklungen besser erkennen und gezielter helfen. Gleichzeitig ist die Schlafplatzzählung eine wunderbare Gelegenheit, Natur direkt vor der Haustür zu erleben.
Bitte leise: Beobachten ohne Stören
Waldohreulen brauchen am Tag viel Ruhe. Darum gilt: Abstand halten, nicht unter den Baum drängen, keine Äste bewegen und nicht „hineinleuchten“. Ein kurzer Blick mit Fernglas reicht völlig. Wenn die Eule unruhig wird oder auffliegt, war man zu nah – dann lieber einen Schritt zurück und die Suche an diesem Ort beenden.
So wird aus Ihrem Fund wichtiger Naturschutz
Mitmachen ist unkompliziert: Tragen Sie Ihre Beobachtung in den unten verlinkten Meldebogen ein und schicken Sie ihn an die Arbeitsgruppe Eulenschutz. (Einfach Link anklicken oder eine eigene E-Mail an Eulenschutz@NABU-LSA.de senden). Für eine gute Auswertung helfen vor allem diese Angaben: genauer Ort, Datum und Uhrzeit, Anzahl der Eulen sowie Gehölztyp/Baumart (z. B. Fichte, Kiefer, Thuja/Lebensbaum, Wacholder, Eibe). Wenn Sie den Platz zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal besuchen können, umso besser! Wiederholte Zählungen sind besonders wertvoll.
Hier geht es zum NABU-Vogelporträt der Waldohreule.
