Wussten Sie's?
Spannendes zum Storchenzug
Weißstorch Extremadura, Spanien (Foto: Christoph Moning)
Wussten Sie, dass Störche Flugreisen mit Turbulenzen meiden?
Weißstörche sind Segelflieger! Sie nutzen warme Aufwinde, sogenannte Thermik, um mit möglichst wenig Flügelschlag große Distanzen zurückzulegen. Über dem Mittelmeer oder der Sahara gibt es jedoch kaum Aufwinde – deshalb meiden Störche diese Gebiete und fliegen lieber Umwege über Land.
Warum nehmen nicht alle Störche dieselbe Route?
Störche unterscheiden sich in ihrer Wahl der Zugroute: Manche fliegen über Spanien und Gibraltar (Westroute), andere über den Bosporus und Israel (Ostroute). Manchmal trennen sich sogar Geschwister auf dem Zug, obwohl sie aus demselben Nest stammen – der Weg scheint also auch von persönlichen Erfahrungen abzuhängen.
Auf Umwegen ans Ziel: Europas größtes Vogelfernreise-Netz
Störche legen pro Jahr bis zu 10.000 Kilometer zurück – und das zweimal! Einige überwintern in Westafrika, andere in Spanien oder sogar auf städtischen Mülldeponien. Moderne Müllverwertung hat die Reiserouten verändert – ein echter Fall von „Tourismus im Wandel“!
Früh dran zahlt sich aus – meistens
Der frühe Storch bekommt das Nest – aber nur, wenn das Wetter mitspielt. Manche Tiere brechen schon im Februar aus Afrika auf. Frühankömmlinge können die besten Brutplätze besetzen, riskieren aber bei verspätetem Frühling Kälte und Futterknappheit.
Hightech im Horst: So verfolgen wir Störche live
Dank Satellitentelemetrie können Ornithologen heute einzelne Störche auf ihrem Zug live verfolgen. So wurde etwa bekannt, dass manche Störche täglich über 300 Kilometer zurücklegen – eine beeindruckende Leistung bei reinem Segelflug!
Störche im LKW-Tempo
Obwohl sie mühelos über Ländergrenzen hinwegfliegen, sind Störche keine Geschwindigkeitsrekordeure. Im Durchschnitt legen sie 30 bis 70 Kilometer pro Stunde zurück – das entspricht etwa der Geschwindigkeit eines Lkw auf der Landstraße.
