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Sachsen-Anhalt - Land der Elbebiber
Vom Sorgenkind zum Markenartikel
Der Elbebiber im Porträt
Der Biber ist ein Charakter- und Symboltier der Elbtalauen, der letzten noch weitgehend intakten Flusslandschaft Mitteleuropas. Im 19. Jahrhundert war er europaweit ausgerottet. Beliebt als Fastenspeise, da als Wasserbewohner angeblich ein Fisch, und gejagt wegen seines Fells und vor allem des Bibergeils, einem Drüsensekret, das er zum Markieren seines Reviers benutzt und dem man wundersame Wirkungen nachsagte. Die Entwässerung der Landschaft und speziell der Ausbau der Flüsse und Bäche trugen ein übriges zum Verschwinden des Bibers bei. Im Jahr 1919 wurden an der Mittleren Elbe noch ganze 200 Tiere gezählt.
Dank der Ausweisung von Naturschutz- und Biberschongebieten, der Anerkennung des Elbebibers als vom Aussterben bedrohte Tierart sowie intensiver Bemühungen ehrenamtlicher Biberbetreuer, konnte seit den 70er Jahren ein deutlicher Bestandsanstieg registriert werden. Heute (Erfassungsstand 2009) leben in Deutschland, Tschechien, den Niederlanden und Dänemark wieder 8.500 Biber, alleine in Sachsen-Anhalt sind es 2.470 Tiere. Der Elbebiber ist weiterhin streng geschützt. Die erfreuliche Bestandsentwicklung an der Elbe veranlasste Wissenschaft und Naturschutz, dem Elbebiber durch Gewässerrenaturierung wieder einstige Lebensräume neu zu erschließen.
Der Elbebiber besiedelt insbesondere fließende aber auch stehende Gewässer. In den Auebereichen an Elbe und Mulde, Ohre und Havel mit ihrem reichhaltigen Angebot an Weichhölzern und Wasserpflanzen findet er ideale Lebensbedingungen. Der Biber ernährt sich ausschließlich von pflanzlicher Kost. Von gefällten Bäumen nimmt der Biber Blätter, dünne Zweige und die Rinde. Einen zehn Zentimeter dicken Weichholzstamm durchnagt er mit seinen paarigen Schneidezähnen in einer halben Stunde. Für den Winter werden im Wasser gern Nahrungsvorräte geschnittener Hölzer angelegt.
Seine Burg ist entsprechend der Beschaffenheit der Ufer als Erdbau mit einer Gehölzabdeckung oder als Knüppelburg (Hochbau) angelegt. Der Wohnkessel ist maximal einen Kubikmeter groß und mit Holzspänen ausgekleidet. Die Temperatur im Bau wird durch das Aufbringen von Schlamm, Wasserpflanzen und Hölzern reguliert.
Der Biber, im Volksmund wird er Meister Bockert genannt, ist die einzige Tierart, die ihren Lebensraum aktiv zu gestalten vermag. Mit der Anlage von Dämmen sorgt er einerseits dafür, dass der Eingang der Burg stets unter Wasser liegt und die Nahrungsvorräte gut erreichbar bleiben. Andererseits gestaltet der Biber mit seinen wasserregulierenden Bauwerken Feuchtgebiete, renaturiert die Auenlandschaft und schafft so die Existenzbedingungen für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

Der Elbebiber ist mit einer Körpermasse von etwa 25 Kilogramm und einer Länge von 125 Zentimetern das größte Nagetier Europas. Mit seinem spindelförmigen Körper, den Schwimmhäuten an den Hinterfüßen und seinem breiten angeflachten Schwanz, der Kelle, ist er optimal an das Leben im Wasser angepasst. Er kann Ohren und Nase verschließen und so bis zu 20 Minuten tauchen. Biber können schlecht sehen, ihr Gehör und ihr Geruch sind dafür umso besser. Das Elternpaar lebt mit seinen diesjährigen und den vorjährigen Jungtieren in der Burg. Bibermütter tragen manchmal ihre Jungtiere, wie ein Pinguin aufrecht watschelnd, auf den Vorderpfoten. Manchmal entdeckt man die Jungen auch auf dem Rücken schwimmender Alttiere.
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NABU-Flyer „Land der Elbebiber“, aktualisierte Neuauflage 2011
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Damit der Biber wieder heimisch wird
Auf der vergrößerten Version der Karte, können Sie die aktuelle Verbreitung des Bibers in Sachsen-Anhalt sehen. Doch längst sind nicht alle Gefahren für das putzige Tierchen beseitigt. Helfen Sie uns und unseren Naturschutzstationen vor Ort, dass der Biber in Sachsen-Anhalt wieder heimisch wird. Auch Sie können dem Biber mit Ihrer Spende helfen. Unser Spendenkonto bei der
NABU Sachsen-Anhalt
Volksbank Magdeburg
Kontonr. 166 51 66 53
BLZ: 810 932 74
Stichwort: SOS Biber
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Rückkehr der Biber
Positionspapier des NABU zum Biber in Brandenburg

Die Wiederausbreitung des Bibers nach Brandenburg wird nicht von allen Menschen begrüßt. Die Fähigkeit, seinen Lebensraum selbst gestalten zu können und dass er das macht, ohne vorher Absprache mit uns zu führen, gefällt nicht allen. Hinzu kommt, dass es dabei in Einzelfällen durchaus auch mal zu Konflikten mit menschlichen Interessen kommen kann.
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