Sachsen-Anhalt.NABU.de Projekte & Aktionen Lebensraum Kirchturm
Platz für Dohlen, Falken und Fledermäuse
Ein Platz für Dohlen, Falken und Fledermäuse
Die NABU-Aktion „Lebensraum Kirchturm“ wird fortgeführt
Viele Vogelarten siedeln sich gerne in der Nähe des Menschen an. Turmfalken, Dohlen, Fledermäuse oder Schleiereulen nutzen Kirchtürme und andere hohe Gebäude in Städten und Dörfern als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen. Mit der Wahl der Dohle zum „Vogel des Jahres 2012“ möchte der NABU auf die akute Wohnungsnot des kleinen Rabenvogels aufmerksam machen und zu ihrem Schutz anregen.
Der NABU setzt sich daher mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ für die Sicherung ihrer Nistplätze ein. Denn viele der oben erwähnten Arten leiden darunter, dass Brutmöglichkeiten in den Siedlungen zunehmend verloren gehen. Bei Kirchturmsanierungen werden zum Beispiel Einfluglöcher oder Brutnischen verschlossen oder Gitter zur Abwehr von Tauben angebracht. Im Dohlenjahr 2012 sollen noch viele weitere Unterstützer hinzukommen. Kirchengemeinden sind daher aufgerufen, sich um Artenschutz in der Kirche zu bemühen und mit dem NABU zu kooperieren.
Turmfalkenküken
In Sachsen-Anhalt wurden bisher zwölf Kirchengemeinden mit Plakette und Urkunde in den Landkreisen Burgenlandkreis, Anhalt-Bitterfeld, Salzlandkreis, Jerichower Land, Stendal und Altmarkreis Salzwedel prämiert. So beherbergen unter anderem die Evangelische Schlosskirche Wittenberg Fledermäuse, die Kirche St. Laurentii in Schönebeck-Frohse Weißstörche auf ihren Kirchendach und die Kirche St. Stephani in Calbe/Saale Turmfalken.
Die Kirchengemeinde Hoym bei Aschersleben hatte im letzten Jahr bei der Turmsanierung nicht nur den Schutz der dortigen Dohlen im Blick. Neben neuen Einflugöffnungen und Nistmöglichkeiten für die kleinen Rabenvögel wurden zusätzlich Turm- und Schleiereulenkästen eingebaut. Mit Erfolg! In diesem Jahr herrscht reges Treiben im und am Turm der St. Johanniskirche. Zwei Paar Turmfalken, ein Paar Schleiereulen, mehrere Paare Dohlen und sogar ein Paar Ringeltauben. Auch für die anstehende zweite Phase der Kirchturmsanierung sollen natürlich weitere Maßnahmen für die „Gebäudebrüter“ umgesetzt werden.
Dohlen an Kirchturm
Vor fünf Jahren startete der NABU zusammen mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen das Projekt „Lebensraum Kirchturm“. Deutschlandweit sind seither fast 550 Kirchen für ihren Einsatz für den Artenschutz vom NABU mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet worden. Damals war der Turmfalke „Vogel des Jahres“, ein Vogel, der wie kaum ein anderer auf Nistmöglichkeiten in Kirchtürmen angewiesen ist. Ziel der Aktion ist es, die Brutstätten für Turmfalken, Fledermäuse, Schleiereulen, Dohlen und andere Arten zu erhalten. Ebenso wichtig ist es, renovierte Kirchtürme wieder als Lebensraum zu öffnen, indem dort Nistkästen angebracht werden.
Zur NABU-Aktion „Lebensraum Kirchturm“ werden vom NABU umfangreiche Materialien angeboten. Die Broschüren und Informationen zu einzelnen Arten zeigen praxisnah, wie gefährdete Arten geschützt werden können. Sie können zusammen mit vier neuen Faltblättern zu Turmfalke, Schleiereule Dohle und Fledermäusen beim NABU Natur Shop bestellt werden. Kirchengemeinden können sich gern um eine Auszeichnung bewerben.
Ansprechpartner:
NABU Sachsen-Anhalt
Tel. 0391-5619350
Mehr zur bundesweiten Aktion
Wohngemeinschaft im Kirchturm
Für viele seltene Vogel- und Tierarten sind Kirchtürme attraktive Unterkünfte. Im Rahmen der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ schaffen Aktive Brutplätze mit Aussicht für Schleiereule, Turmfalke und Dohle. Sehen Sie hier, welche Arten im Kirchturm noch zuhause sind!
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So einfach können Sie mitmachen
Klären Sie, ob die Kirche in Ihrer Gemeinde bereits von Turmfalken, Dohlen, Schleiereulen oder Fledermäusen bewohnt ist. Und los geht's! Iinformieren Sie sich, mit welchen Maßnahmen Sie die Brutmöglichkeiten der Tiere verbessern oder neue schaffen können.
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Liste der bereits ausgezeichneten Kirchen
Übersicht der ausgezeichneten Kirchen
Die Aktion „Lebensraum Kirchturm“ findet in ganz Deutschland Anklang. NABU- und LBV-Gruppen können gern dem NABU-Bundesverband per E-Mail über die Auszeichnungen Bescheid geben. Gerne können Sie uns auch Fotos und Berichte von Ihren Aktionen zusenden.
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